Donnerstag, 2. August 2007

"Karibu!"

… „Willkommen“. So wurde ich in den letzten Tagen hier oft begrüßt. Ich bin in Tansania und besonders im Centre unheimlich herzlich aufgenommen worden. Obwohl Tansania in vielen Dingen sehr anders ist als die anderen afrikanischen Länder, die ich bisher kennen gelernt habe, habe ich mich kurz nach meiner Landung hier sofort unheimlich wohl und auch schon ein Stückchen vertraut gefühlt. Allein der Geruch hier, der sich zusammensetzt aus einer Mischung von offenem Feuer, Maisbrei, Kuhstall, getrocknetem Fisch und vielem anderen Undefinierbaren hat in mir sofort einige Erinnerungen wachgerufen. Besonders eindrücklich fand ich die afrikanische Mischung aus dem wilden Gewusel und gleichzeitig der unheimlichen Gelassenheit der Menschen in den Straßen von Dar.

Vom Flughafen aus mussten wir noch mit dem Bus weiter nach Morogoro über ein paar sehr unwegsame Straßen. Da ich aber zu dem Zeitpunkt aber schon über 24 Stunden unterwegs war und im Flugzeug nicht sonderlich viel schlafen konnte, hat mir selbst die Schauklerei im Bus nicht viel ausgemacht und ich bin immer wieder eingeschlafen. Irgendwann in der Nacht (ich glaube es war erst abends, aber da es ab 7.00 Uhr hier stockdunkel ist, hatte ich schon ein Nacht-Gefühl) bin ich dann auf dem Center angekommen. Außer vielen schwarzen Gesichtern im Dunkeln, die mich angelächelt haben, konnte ich überhaupt nichts erkennen. Nach einer Portion Reis mit Bohnen hab ich mich dann unters Moskitonetz gebettet und konnte wunderbar geschlafen.

Inzwischen ist auch Stefan, ein weiteres Drittel von unserem Team, angekommen und wir haben hier zusammen schon so manches erkundet. Im Centre begrenzen sch unsere Aktivitäten im Moment auf Zuschauen, Dabeisein, Rumhängen, Rumlaufen und noch mehr Zuschauen.

Ich durfte auch schon erste wundervolle Erfahrungen mit den tansanischen Behörden sammeln. Am Flughafen habe ich gesagt, dass ich hier Voluntary Work mache und dafür ein entsprechendes Visum brauche. Erst im Nachhinein habe ich festgestellt, dass mir doch nur ein Touristen Visum ausgestellt wurde. Also bin ich zum Ministry of Immigration und muss jetzt noch mal ein Business Visa beantragen (und natürlich doppelt bezahlen). Mir wurde sehr nahe gelegt absolut nicht zu arbeiten, bis ich nicht auch die Arbeitserlaubnis habe, da ich ansonsten ernsthafte Probleme bekommen könnte. Also hab ich jetzt noch etwas Zwangsurlaub und werde am Montag wieder nach Dar fahren und versuchen dort alles abzuklären. Bemerkenswert ist, dass ich das Visa nicht mit tansanischen Schilling bezahlen kann, sonder nur US Dollar oder Euro akzeptiert werden. Die tansanische Regierung nimmt also ihre eigene Währung nicht an.

Mein erstes Projekt wird ohnehin heißen ‚Swahili lernen’. Die Kinder hier auf dem Centre sprechen nur Swahili und so konnte ich die 5 Sätze, die ich im Voraus gelernt habe, schon dringend anwenden. Ab nächster Woche nehmen wir dreimal pro Woche Unterricht. Heute Nacht habe ich aber schon die 5 Sätze, die mir bekannt sind, geträumt.

Über das Centre werde ich also erst mehr berichten können, wenn ich hier etwas mehr Einblick erhalten habe und selbst auch endlich mitarbeite. Ich habe auch noch so gut wie keine Fotos gemacht, da ich in der ersten Zeit meine Kamera noch gar nicht auspacken möchte. Dieses Foto ist allerdings auf unserer Veranda entstanden, beim Verspeisen unserer ersten Errungenschaften vom Markt.

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